Kundalini-Psychose

Der folgende Text ist ein Exzerpt aus Taras Buch: Erleuchtung durch den Pfad der Kundalini

Ich stimme anderen Kundalini-Experten wie Lee Sanella und Yvonne Kason zu, dass die sogenannte Kundalini-‘Psychose’ eine Fehlbenennung ist, denn sie hat sehr wenig mit der geistigen Krankheit, die ‘Psychose’ genannt wird, zu tun. Aber wenn jemand einige der Symptome hat, die in diesem Kapitel beschrieben wurden, dann kann dies für einen Laien (und leider auch für unwissende Psychiater) wie ein Nervenzusammenbruch oder eine Psychose aussehen.

Die Person wird vielleicht mit paranormalen Visionen und Stimmen überflutet, sie erlebt vielleicht das Gefühl einer Schlange, die sich im Unterleib windet und sie hat oft extreme Angst. Um es noch schlimmer zu machen, leidet diese Person vielleicht an Schlaflosigkeit, die milde Halluzinationen hervorbringen kann. All dies sieht vielleicht wie eine Geisteskrankheit aus, aber es gibt bestimmte Faktoren, die eine Kundalini-Krise von einer wirklichen Geisteskrankheit und Psychose unterscheiden.

Differentialdiagnose zwischen Kundalini-‘Psychose’ und wirklicher Geisteskrankheit

Eine Person in einer Kundalini-Krise kann normalerweise ein funktionierendes Gefühl von ‘Selbst’ aufrechterhalten, welches realisiert, dass etwas falsch läuft und nach Hilfe sucht. Ein Mensch mit einer klinischen Psychose bemerkt dies normalerweise nicht, denn sein ganzer Geist ist von psychotischen Gedanken überflutet. Er sucht nicht nach Hilfe und leistet oft sogar Widerstand gegen die Hilfe, die ihm angeboten wird.

Eine Person in einer Kundalini-Krise erinnert sich normalerweise an die genaue Zeit des Beginns der Krise und auch an deren Auslöser. In den meisten Fällen ist der Auslöser intensive spirituelle Praxis. Im Gegensatz dazu entwickelt sich normale Geisteskrankheit oft langsam und graduell und der Patient kann sich nicht an ein gesundes Gefühl von ‘Selbst’ erinnern.

Eine Person in einer Kundalini-Krise kann sich daran erinnern, wie es sich anfühlt, ‘normal’ zu sein und wünscht sich, zu diesem Zustand zurückzukehren, während ein psychotischer Patient in der Regel die Erinnerung an ein gesundes Selbst verloren hat.

Eine Person in einer Kundalini-Krise kann über das sprechen, was in ihrem Geist vorgeht und oft will sie auch darüber sprechen. Menschen mit einer normalen Psychose wollen dagegen selten über den Inhalt ihres psychotischen Geistes sprechen.

Eine Person in einer Kundalini-Krise fühlt normalerweise den starken Drang, ihr Leben liebevoller, gesünder und spiritueller zu machen. In Menschen mit einer klinischen Geisteskrankheit ist dies jedoch normalerweise nicht der Fall und oft wenden sich diese Menschen sogar von einem gesunden Lebensstil, liebevollen Beziehungen und Spiritualität ab.

Meiner Erfahrung nach passieren Zusammenbrüche, die wie eine Psychose aussehen, nicht sehr oft in Menschen mit aktiver Kundalini. Sie sind am wahrscheinlichsten bei denjenigen, die für lange Zeit Drogen genommen haben. In meiner klinischen Erfahrung habe ich beobachtet, dass häufige Drogenbenutzung – auch wenn diese schon viele Jahre zurückliegt – eine ernsthafte Kundalini-Krise wahrscheinlicher macht. Ich habe auch beobachtet, dass Ex-Drogenbenutzer manchmal die Drogen gegen die intensiven Höhen und Tiefen einer Kundalini-Erweckung ‘eintauschen’ und an diesem Aufruhr anhaften. Manchmal benutzen sie auch wahllose Besuche bei  Energieheilern, um mehr ‘Erfahrungen’ zu bekommen in einer ähnlichen Weise, wie sie vorher Drogen genommen haben. Das kann schlimme Konsequenzen für ihren überempfindlichen Geist haben.

Im Internet kann man leider viele entsetzliche Geschichten von Menschen lesen, die denken, dass sie an einer Kundalini-Psychose leiden, aber in meiner eigenen therapeutischen Praxis habe ich keine wirklich hoffnungslosen Fälle gesehen. Normalerweise geht es meinen Klienten ziemlich schnell wieder besser, sobald sie mit dem Heilen mit dem höheren Bewusstsein arbeiten und mit den Dingen aufhören, die ihre Symptome verschlechtern (wie zum Beispiel, zu Energieheilern zu gehen oder Atemübungen zu machen).

Fallstudie: Gerhard, 34 Jahre

Gerhard ist ein hochintelligenter Buchhalter, der zu mir kam, weil er eine Art Zusammenbruch erlebt hatte, der durch die Kundalini ausgelöst war. Gerhard hat sehr viele Drogen genommen, aber hatte zwei Jahre zuvor nach einer sehr schmerzhaften Trennung von seiner Freundin damit aufgehört.

Gerhard reiste dann nach Bali, wo er sich mit Spiritualität beschäftigte und zum ersten Mal von dem Konzept der Kundalini hörte. Er besuchte viele Heiler und spirituelle Lehrer, um seine Kundalini zu erwecken, aber er hatte keine gesunde und stetige spirituelle Praxis. Stattdessen ‘konsumierte’ er verschiedene Heilmethoden in einer wahllosen Weise, genau wie er vorher Drogen genommen hatte, ohne sich um die Risiken zu kümmern.

Nachdem Gerhard wieder nach Hause gekommen war, entwickelte er starke Ängste und Kundalini-Symptome. Er ging auch weiterhin zu vielen verschiedenen Heilern. Gerhard verbrachte täglich mehrere Stunden damit, ‘seine Gefühle herauszulassen’, indem er sie in seinem Zimmer kraftvoll ausdrückte, aber seine Symptome wurden nur noch schlimmer, bis er von furchterregenden Visionen überflutet wurde und unfähig war, zur Arbeit zu gehen.

Ich erklärte Gerhard, dass das zwanghafte Herauslassen seiner Emotionen seine Symptome enorm verschlimmerte und dass es besser wäre, mit dieser selbstgemachten Therapie aufzuhören. Ich riet ihm auch sehr davon ab, weiterhin zu Energieheilern zu gehen, da beide Formen von Selbstheilung seine Symptome nur verstärkten. Leider stimmte Gerhard mir nur sehr widerwillig zu, denn er war geradezu süchtig nach diesen Erlebnissen.

In den nächsten Sitzungen arbeiteten wir an den vielen Schuldgefühlen, die in Gerhard aufkamen, denn er hatte vielen Menschen in seinen Drogenjahren sehr wehgetan. Dies war nicht leicht für Gerhard, denn er hatte ja immer den ‘leichten Weg’ vorgezogen und seine Gefühle durch Drogen betäubt.

Während der Monate, in denen Gerhard mit mir arbeitete, wurde er immer stabiler und wir beendeten die Sitzungen, als er fähig wurde, wieder zu seiner Arbeit zurückzukehren.

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